Bastian Schweinsteiger präsentiert den WM-Pokal

Analyse Nationalmannschaften

In unserem früheren Projekt “Analyse europäischer Spitzenmannschaften” haben wir die Einsatzzeiten der Spieler verschiedener Top-Teams über den Verlauf mehrerer Spielzeiten in den nationalen und internationalen Wettbewerben geprüft. In einem zweiten Schritt haben wir die Untersuchung auf die Nationalmannschaften übertragen. Wir haben uns mit den erfolgreichsten Teams der Welt- und Europameisterschaften seit 2008 beschäftigt und wollten uns vor allem zwei Fragen beantworten: Spielen erfolgreiche Mannschaften immer mit demselben Team? Ist Konstanz im Hinblick auf die Aufstellungen einer der wesentlichen Faktoren für den Erfolg in einem Turnier?

Wir stellen in einer mehrteiligen Serie die Welt- und Europameister der vergangenen Turniere und ihre erfolgreichen Teams vor

    • Wie hoch ist die relative Einsatzzeit der elf am häufigsten eingesetzten Spieler?
    • Wie hoch ist die Anzahl der Spieler, die alleine mindestens 80% der Gesamtminuten spielten und das erweiterte Kernteam bilden?
    • Wie hoch ist die Anzahl der Spieler, die mindestens 80% der Gesamtminuten gemeinsam spielten und das Kernteam bilden?

  1. WM 2014: Deutschland (Weltmeister), Argentinien (Finalist), Niederlande (Platz 3) und Brasilien (Platz 4)

    EM 2016: Portugal (Europameister), Frankreich (Finalist), Wales (Halbfinalist), Deutschland (Halbfinalist)

    WM 2018: Frankreich (Weltmeister), Kroatien (Finalist), Belgien (Platz 3) und England (Platz 4)

    EM 2020: Italien (Europameister), England (Finalist), Spanien (Halbfinalist), Dänemark (Halbfinalist)

    Außerdem: Seriensieger Spanien (EM 2008, WM 2010 und EM 2012)

  2. Von allen eingesetzen Spielern aller Halbfinalisten der Turniere 2014 bis 2020 wurde erfasst:

    • die Anzahl der gespielten Spielminuten
    • die Anzahl der in einem Kernteam gemeinsam gespielten Spielminuten
    • die Anzahl der gespielten Spielminuten und in einem Kernteam gemeinsam gespielten Spielminuten während der zweijährigen (bzw. dreijährigen im Falle der EM 2020) Vorbereitungszeit einschließlich aller Partien (Qualifikationsspiele, Confederations-Cup, Nations League, Testspiele)

    Von Spaniens Turniersiegern 2008 bis 2012 wurde erfasst:

    • die Anzahl der gespielten Spielminuten
    • die Anzahl der in einem Kernteam gemeinsam gespielten Spielminuten
Beispielfolie für die Darstellung der Ergebnisse

Das erfolgreiche WM-Team der Franzosen von 2018 ist unser Beispiel, um den Aufbau und die Strukturen der Tabellen zu verdeutlichen. Aufgelistet sind die elf Spieler, die im Turnierverlauf die meisten Minuten absolviert haben. In das erweiterte Kernteam (grüner Rahmen) gelangen die Spieler, die mindestens 80% der Gesamtzeit gespielt haben. In das Kernteam (grau hinterlegt) schaffen es darüber hinaus jene Akteure, die mindestens 80% der Gesamtspielzeit gemeinsam auf dem Platz gestanden haben.

Die Daten in den Kontext stellen

Insgesamt 13 Nationen stellten die 16 Halbfinalisten der Weltmeisterschaften 2014 und 2018 sowie der Europameisterschaften 2016 und 2020. Alle Teams, genauer gesagt die Einsatzzeiten der jeweiligen Spieler, wurden auch in der Qualifikations- und Vorbereitungsphase für die Endrunde untersucht. Denn wir wollten wissen, ob die Mannschaft, die ein erfolgreiches Turnier absolvieren konnte, auch schon in den Monaten zuvor zusammengespielt hat. Formierte sich das Kernteam erst während der Endrunde oder prägte es bereits die zweijährige Qualifikationsphase?

Zudem war es wichtig, die Limitationen unserer Untersuchung zu erkennen und diese beim Blick auf die Ergebnisse zu berücksichtigen. Zu diesen zählten:

  • Bedeutungslose Gruppenspiele: Einige Teams waren bereits vor der abschließenden Vorrundenpartie für die K.o-Runde qualifiziert. Dieser Umstand veranlasste einige Trainer zur Rotation. Die Kernteams fielen somit kleiner aus, da den geschonten Spielern letztendlich entscheidende Minuten fehlten.

  • Auswechselregel: Bei der EURO 2020 durften die Trainer fünf Auswechslungen vornehmen – zwei mehr als bei den vorangegangenen Turnieren. Die Gesamtspielzeit konnte sich somit pro Spiel auf 16 anstatt auf nur 14 Spieler aufteilen.

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