Spielanalyse

Weltmeister Frankreich: Kompakt, Variabel, Hocheffektiv

Der neue Weltmeister vereint alle Qualitäts- und Erfolgsmerkmale der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2018 mit hoher Qualität in sich!

  1. Julian Lauer, Markus Brunnschneider

    Julian Lauer und Markus Brunnschneider vom Internationalen Fußball-Institut analysierten in der Ausgabe 09/2018 der DFB-Trainerzeitschrift u.a. das Defensivkonzept des neuen Weltmeisters. Hier sind einige zentrale Analyseresultate zusammengefasst.

Frankreich feierte 20 Jahre nach dem Triumph bei der Heim-WM 1998 den zweiten Weltmeister-Titel. Keine andere Fußball-Nation war damit in dieser Zeitphase erfolgreicher: WM-Titel 1998, EM-Sieg 2000, WM-Finale 2016, EM-Finale 2016 und jetzt 2018 wieder Weltmeister!

Der „idealtypische“ Weltmeister

Die Mannschaft von Didier Deschamps ist quasi der idealtypische Gewinner der WM 2018, denn das Team vereint in Perfektion alle Qualitäts- und Erfolgsattribute des aktuellen Weltturniers in sich:

  • mit individueller Klasse (Mbappé, Griezmann, Pogba)
  • mit einer funktionierenden Balance und Stabilität durch eine klare Spielkonzeption und herausragender Teamplayer (Kante, Varane, aber eben auch Pogba)
  • mit einer Effizienz und Variabilität beim Torabschluss einschließlich effizienter Standardsituationen
  • durch variable Anpassungen der Spielkonzeption je nach WM-Gegner und situativen Anforderungen

Defensive Stabilität und Effizienz war dennoch die oberste Erfolgsmaxime des neuen Weltmeisters. Das dokumentierte sich auch daran, dass Frankreich in vier der sieben WM-Spiele keinen Gegentreffer kassieren musste.

Der Weltmeister bevorzugte über weite Phasen das Pressing im Mittelfeld-Drittel variierte jedoch je nach Gegner und Situation diese bevorzugte Ausrichtung.

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Frankreichs Fokus im Spiel gegen den Ball war somit auf eine kompakte Defensive gerichtet. Dennoch war der neue Weltmeister stets in der Lage, situativ das erste flache Anspiel auf den gegnerischen Innenverteidiger im Kollektiv hoch zu pressen und war durch diese Variabilität schwer auszurechnen.

Im Mittelfeldpressing agierte das Team vorrangig aus einer 4-4-2-Raumaufteilung, reagierte aber auch hier variabel auf den Gegner. So veränderte Deschamps gegen Belgien als Reaktion auf deren Dreier- bzw. Fünfer-Reihe im Spielaufbau das System auf ein 4-3-3.

Die Top-Teams hatten eine klare, auf die Qualitäten der eigenen Spieler abgestimmte Strategie, die sie konsequent verfolgten.

Carlos Alberto Parreira (Technischer Bericht FIFA)