Analyse internationaler Spitzenvereine

Real Madrid 2017/2018

Das Champions League-Triple der "Königlichen"

Real Madrid schaffte im Mai 2018 Historisches: Mit dem 3:1-Endspielsieg gegen den FC Liverpool machte das Team aus der spanischen Hauptstadt den dritten Champions League-Titel in Serie perfekt. Ein Kunststück, das zuletzt in den 1970er Jahren dem FC Bayern München im Europapokal der Landesmeister, dem einstigen Vorgängerwettbewerb, gelungen war. Die drei Titel der Madrilenen hatten vor allem eines gemeinsam: In allen Spielzeiten führte Trainer Zinedine Zidane Regie – und setzte dabei vor allem auf das Rotationsprinzip.

Real Madrid setzte stets auf ein kleines Kernteam. Nur wenige Spieler standen mindestens 66% der Einsatzminuten gemeinsam auf dem Platz.
Dr. Thomas Hauser
Mit Variabilität zum Erfolg

Madrids Finalgegner 2018, der FC Liverpool, sollte im darauffolgenden Jahr die Champions League gewinnen und auf diesem Weg auf eine hohe Anzahl an Kernspielern vertrauen. Gleich sechs Spieler absolvierten zusammen mehr als 66% der Einsatzzeit und standen in 10 von 13 Spielen in der Startformation. Bei den Madrilenen hingegen erreichten in den erfolgreichen Jahren der Königsklasse zwischen 2016 und 2018 lediglich drei Spieler diese Werte. Torhüter Keylor Navas und Cristiano Ronaldo waren, so die Statistik, in allen internationalen Spielzeiten unverzichtbar. Den dritten Platz im Kernteam belegte zweimal Toni Kroos und einmal Sergio Ramos.

Es gibt weitere Unterschiede. Die elf Spieler, die für Liverpool in der Champions League 2018/2019 die meisten Einsatzminuten absolvierten, standen immerhin in sechs Partien gemeinsam in der Startformation. Zidane verfolgte derweil einen anderen Plan und bot diese Elf in den Spielzeiten 2015/2016 und 2016/2017 in jeweils nur einem einzigen Spiel zusammen von Beginn an auf. Ein weiteres Indiz dafür, dass die Spanier vor allem auf die Rotation setzten und immer wieder neue Formationen in die internationalen Spiele schickten.

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Die "Dauerbrenner" der Madrilenen
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Die nationale Bilanz: Unterschiede und Gemeinsamkeiten

In den Jahren des Champions League-Triple gelang national mit der Meisterschaft 2016/2017 nur ein einziger großer Erfolg. Zidane blieb seinem Prinzip in der heimischen Liga treu und setzte auf eine geringe Anzahl an Kernspielern. In der Spielzeit 2015/2016 waren es immerhin drei: Ronaldo, Navas und Kroos. Das gleiche Trio, das auch in den internationalen Spielen gemeinsam die meiste Einsatzzeit absolvierte. In der vorangegangenen und in der darauffolgenden Saison schaffte es in der spanischen Meisterschaft sogar nur ein einziger Madrilene auf mehr als 66% der Gesamtspielminuten. Interessanterweise war es 2017/2018 Mittelfeldspieler Casemiro, der in La Liga zwar die meiste Einsatzzeit erhielt, international aber nicht dem Kernteam angehörte. In 11 der 13 Spiele stand der Brasilianer aber dennoch in der Startformation und spielte in der erfolgreichen Spielzeit eine tragende Rolle.

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View of the stadium taken prior to the UEFA Champions League final football match between Liverpool and Real Madrid at the Olympic Stadium in Kiev, Ukraine on May 26, 2018. (Photo by Sergei SUPINSKY / AFP)        (Photo credit should read SERGEI SUPINSKY/AFP via Getty Images)

Analyse internationaler Spitzenvereine

Spielen erfolgreiche internationale Spitzenmannschaften immer mit dem gleichen Team? Dieser Frage sind wir in unserer Analyse nachgegangen.
Die von uns erhobenen Daten zeigen, dass Real Madrid ihre Champions League-Titel zwischen 2016 und 2018 mit wesentlich kleineren Kernteams erreichte als Liverpool 2018/19.
Dr. Thomas Hauser