Rückblick

1. Internationaler Spielanalysekongress der DFB-Akademie

"ANALYSTEN MÜSSEN SPRACHE DES TRAINERS SPRECHEN"

Frankfurt
29.-30. November 2017

„Wir ertrinken in einer Flut der Informationen, aber wir hungern nach Wissen.“ So das Begrüßungszitat beim 1. Internationalen Spielanalysekongress der DFB-Akademie. 229 Teilnehmer mit unterschiedlichsten Hintergründen kamen für einen Tag in Frankfurt zusammen, um aktuelle Themen rund um das Kongressmotto "Spielintelligenz: Wahrnehmen und Entscheiden" zu diskutieren. Highlights der Veranstaltung waren Vorträge des DFB Chefscouts Christofer Clemens sowie des wissenschaftlichen Referenten des DFB-Sportdirektors, Dr. Stephan Nopp.

/

Curtius: DFB ein Ort der Begeisterung

Zur Eröffnung des Kongresses erläuterte DFB-Generalsekretär Dr. Friedrich Curtius, dass der neue DFB ein „Ort der Begeisterung, der Ideen und der Begegnung“ sein soll. Hinzufügenden dazu, wies der Direktor Nationalmannschaften und Akademie, Oliver Bierhoff, darauf hin, dass die neue DFB-Akademie Praxis und Theorie zusammenbringen soll. Bierhoff legte zusätzlich einen großen Wert auf die Feststellung, dass die Wissenschaft dazu beiträgt Trainer zu verbessern.

Clemens: Raum-, Zeit- und Gegnerkonstellation wird immer wichtiger

Christofer Clemens hielt seinen Vortrag im Kooperation mir Dr. Hendrik Weber von der DFL. Zusammen arbeiteten sie heraus, dass im modernen Fußball die „Raum-, Zeit- und Gegnerkonstellation immer wichtiger wird“. Wichtig für den erfolgreichen Spielanalysten ist es demzufolge, neben einer hohen Technikaffinität und einer hervorragenden Kenntnis europäischer Fußballspieler, extrem vertrauensvoll mit dem Trainerstab zusammenarbeiten zu können und „die gleiche Sprache des Trainers zu sprechen“. Besonders Urs Siegenthaler, der mit Clemens und Nopp das Scoutingteam der Nationalmannschaft komplettiert, ist bekannt dafür, riesige Datenmengen über den Gegner zu filtern und in entsprechenden Formaten effizient an Spieler und Trainer vermitteln zu können.

Nopp: Über die Phase der Wahrnehmung wissen wir noch zu wenig

Zum Abschluss des Kongresses warb Dr. Stephan Nopp in seinem Beitrag darum, dass die Wissenschaft sich mehr mit der Phase der Wahrnehmung beschäftigen muss. Basierend auf seine Erkenntnisse bezüglich Handlungsabfolge, Wahrnehmung, und Entscheidung zur Umsetzung betonte Nopp: „In der Kreisliga werden fast jeden Moment elf verschiedene Entscheidungen einer Mannschaft gefällt. Je höherklassig es wird, desto mehr fällen viele die gleiche Entscheidung.“ Mit der Phase der Wahrnehmung wird sich allerdings aktuell, so Nopp, noch zu wenig beschäftigt. Besonders Urs Siegenthaler, der mit Clemens und Nopp das Scouting Team der Nationalmannschaft komplettiert, ist dafür bekannt große Datenmengen effizient zu Filtern und in angebrachten Formaten an Spieler und Trainer zu vermitteln.

Erfunden wurde der Beruf des Spielanalysten übrigens 1912 durch einen Leserbriefschreiber in den USA. Der hatte nämlich 1000 Bälle mit einem Baseballschläger ins Feld gedroschen und darüber einen langen und klugen Leserbrief geschrieben. Seitdem ist viel passiert. The Next Big Thing? Die Experten prognostizieren eine steigende Datentiefe und die Livenutzung.

We Are Building A Structure For The Future, Not Just A Team Of All-Stars.

Pedro Marques