Sprinttraining, das selbstständig auf dem Platz durchgeführt werden kann.

Im Eigentraining die Athletik verbessern

Mit diesem Angebot möchten wir helfen, den Spielerinnen fußballgerechte und ganzheitlich angelegte Inhalte für ihr Eigentraining an die Hand zu geben. Reine Ausdauerläufe vergeben dabei die Chance, fußballspezifisch zu trainieren und können in Bezug auf Verletzungsprophylaxe sogar einen negativen Effekt haben.

  1. Bedingt durch die Pandemie können viele Teams aktuell nicht trainieren. Nichtsdestotrotz ist es wichtig, den jeweiligen Fitnessstand nicht aufzugeben und einfach auf die Wiederaufnahme des Trainings- und Spielbetriebs zu warten. Darum werden viele Spielerinnen von ihren Vereinen mit Trainingsplänen versorgt.

    Wir vom DFB haben hierbei die Beobachtung gemacht, dass diese Trainingspläne den Schwerpunkt oft auf Ausdauerlaufeinheiten legen und möchten an dieser Stelle gerne darüber hinaus gehende Inhalte zur Verfügung stellen.

    Trainingsinhalte müssen für uns immer so gestaltet sein, dass sie die Spielerinnen auf das vorbereiten, was sie auch im Spiel zeigen müssen, nämlich einen immer wiederkehrenden Wechsel zwischen Beschleunigungen und Abbremsbewegungen. Die folgenden Beispiele für fußballspezifische Läufe sowie Basisprogramme zur Verbesserung der Mobilität, Stabilität, Koordination und den technischen Fertigkeiten mit Ball bereiten die Spielerinnen auf genau diese Anforderungen vor und wir empfehlen sie fürs Eigentraining.

Welche physischen Eigenschaften bzw. Qualitäten erwarten Sie von den Spielerinnen, die zur Frauennationalmannschaft kommen?

Martina Voss-Tecklenburg: „Physisch, aber auch technisch/taktisch müssen die Spielerinnen die positionsspezifischen Anforderungen umsetzen können. Beispielsweise benötigen die Außenspielerinnen eine erhöhte Sprintfähigkeit im Gegensatz zu den zentralen Innenverteidigerinnen. Wir fordern und fördern die individuellen Qualitäten, denn diese bringen auch das Team insgesamt voran. Dazu bedarf es individueller Trainingspläne und abgestimmte Trainingszeitfenster. Ziel aller Bemühungen ist es, dass die Spielrinnen die geforderten Aktionen von der ersten bis zur 90. Minute ausführen können. Die Spielerinnen stehen dabei immer im Zentrum.“

Martina Voss-Tecklenburg im Portrait

Ein viel genutztes Argument lautet: „Wir müssen erst die Grundlagenausdauer für unser Spiel legen“. Sind (isolierte) Dauerläufe dafür geeignet?

Krunoslav Banovcic: „Fangen wir mal mit zwei Gegenfragen an: Warum können Kinder nach der Schule auf den Bolzplatz gehen, ohne vorher eine „Grundlage“ aufgebaut zu haben? Wie ist es möglich, dass international erfolgreiche Fußballer nie isoliert an ihren „Grundlagen“ gearbeitet haben? Niemand wird abstreiten, dass, wenn man in einer Sache besser werden möchte, man am besten auch diese Sache trainiert. Wenn man also besser in der Ausführung von Fußballaktionen werden möchte, sollte man auch Fußballaktionen trainieren.  

Ist solch ein Training aufgrund einer Pandemie nicht möglich, muss man gezwungenermaßen vom Optimum abweichen. Beispielsweise könnte jetzt ein (positions-)spezifischer Parcours die nächstbeste Option sein. Ist solch ein Parcours jedoch ebenfalls nicht möglich, muss notgedrungen noch weiter vom Optimum abgewichen werden. Sind dann nur noch lineare Läufe realisierbar, weil beispielsweise nur ein gerader Feldweg zur Verfügung steht, so könnte hier zumindest ein Wechsel von Beschleunigungen und Abbremsbewegungen stattfinden.

Es geht nicht darum, zu bewerten, ob isolierte Läufe nun richtig oder falsch sind, sehr wohl aber zu schauen, wo sie in einer logischen und vom Spiel abgeleiteten Trainingshierarchie einzuordnen sind.“


Wie sollte eine Spielerin im Wochenverlauf belastet werden, und wie könnte ein fußballspezifisches Lauftraining aussehen?

Simone Schubert: „Ein fußballspezifischer Lauf sollte sich möglichst an der Belastungsstruktur des Spiels orientieren. Das beinhaltet einen Intervallcharakter mit Tempovariationen und Fokus auf einer wiederholten Sprintfähigkeit. Da fußballspezifische Aktionen zudem multidirektional sind, also vorwärts, rückwärts und seitwärts stattfinden, gehören dazu Richtungswechsel, Kurvenläufe, Drehungen, Antritte und Abbremsbewegungen sowie explosive Sprünge mit Landungen. Viele dieser Aktionen werden zudem mit Ball durchgeführt. Sie müssen daher gut koordiniert ablaufen und darüber hinaus mit den Aktionen der Mit- und Gegenspielerinnen abgestimmt sein. Das bedeutet, dass Wahrnehmung und Reaktion ebenfalls einen hohen Stellenwert haben und entsprechend beachtet werden sollten. Ein Lauf sollte also immer möglichst viele fußballspezifische Elemente beinhalten – und im Idealfall auch positionsspezifische Anforderungen berücksichtigen.

Anzustreben ist also ein Trainingsplan mit solchen Inhalten, der im Idealfall auch noch den individuellen Stärken und Schwächen einer Spielerin gerecht wird. Denn dann ist das (anzustrebende) Prinzip: „Je spezifischer das Training, desto größer der Effekt hinsichtlich Leistungsoptimierung und Verletzungsprophylaxe“ eingelöst. Darum gehören in jeden (athletischen) Wochentrainingsplan je nach Bedarf der Spielerin auch Übungen zu Mobilität, Stabilität, Koordination und den technischen Fertigkeiten mit Ball.“

Je spezifischer das Training, desto größer der Effekt hinsichtlich Leistungsoptimierung und Verletzungsprophylaxe. Reine Ausdauerläufe lösen diese Forderung nicht ein.
Simone Schubert

Ernährung

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